Die Versuche einer Industrialisierung in den 50- iger, 60- iger und verstärkt noch in den 70-iger Jahren scheiterten aufgrund einer starken wirtschaftlichen Krise Ende der 80- iger Jahre. Ein Grossteil der Peruaner lebt von der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, sowie Landwirtschaft, Bergbau und Fischerei. In den letzten Jahren konnte man eine leichte Diversifikation im Dienstleistungsbereich und in der Industrie beobachten.
Während der Regierung unter Alberto Fujimori begann 1990 eine wirtschaftliche Öffnung, um diese schwierige Krise bremsen zu können. 15 Jahre nach diesen Massnahmen lassen sich erste positive Ergebnisse dieser Massnahmen feststellen, wie zum Beispiel das BIP stieg 2006 auf 8,03% und die Exportationen auf mehr als 35%; die öffentliche und private Investition 21%, die Einnahmen des Staates durch Steuern wuchs 33%, der Staatshaushalt stieg 2006 auf 50%.
Ende 2006 erliess die Regierung ein Massnahmepacket, um die Wirtschaft zu stärken. Trotz dieser wirtschaftlichen Dynamik kam es zu keinem neuerlichen Aufschwung; die wirtschaftliche Krise und die drastischen, neoliberalen Massnahmen führten zu einer starken Dekapitalization der nationalen Wirtschaft. Sie führten zu einer Verringerung der nationalen Firmen, während andererseits ausländisches Kapital bevorzugt wird. Die ausländischen Investoren geniessen teilweise Tributfreiheit, reinvestieren aber nur selten ihre Gewinnausschüttungen im Land.
Im Dezember 2006 erliess die Regierung eine Reihe von Massnahmen, um das Wirtschaftswachstum in allen Bereichen voranzutreiben und zu stärken.
Während des Gipfeltreffens des APEC 2005 wurden Dialoge für Freihandelsabkommen mit Südkorea, China, Japan, Singapur und anderen Ländern begonnen. Ebenso starteten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der europäischen Union.
NATÜRLICHE RESSOURCEN PERUS
HYDROBIOLOGISCHE RESSOURCEN
Dank seiner ausgedehnten Meeresfläche, verfügt Peru über die reichsten Ressourcen im pazifischen Becken und weltweit. Die tiefen Wassertemperaturen, die tropische Lage und weitere spezielle Merkmale schaffen die Grundlage für eine reiche Flora und Fauna des Meeres. Zu den hier zahlreich vorkommenden Fischen gehören:
Anchovis, Tuhnfisch, Bonito, Königsfisch und Lisas. In den Flüssen und Seen des Berglandes finden wir hauptsächlich Suche und Forellen. Im Urwald hingegen gibt es unter anderen Paiche, Bagre, Boquichio und Palometa.
VIEHWIRTSCHAFT
Viehwirtschaft wird in Peru schon seit Jahrhunderten betrieben, wobei einige repräsentative Spezien wie Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine und Karmelide gezüchtet werden. Ca. 80% der nationalen Viehwirtschaft konzentriert sich im Bergland und die restlichen 20% verteilen sich auf Küste und Urwaldgebiet.
An der Küste finden wir hauptsächlich Milchkühe, Schweine, Ziegen und Schafe. Das Klima und die geographische Gegebenheit in der andinen Region begünstigen die Zucht von Wollschafen, Kamelide und Rinder. Im Urwald hingegen beschränkt sich die Viehzucht auf bestimmte Spezien wie zum Beispiel Cebú (eine Kreuzung aus brasilianischem Büffel und peruanischem Rind) aufgrund der hohen Temperaturen, heftigen Niederschlägen und Mangel an Weideplätzen.
LANDWIRTSCHAFT
An der Küste: wird Landwirtschaft hauptsächlich in den Tälern betrieben, da die Umgebung wüstenartige Bedingungen aufweist. In der Küstenregion befinden sich die grossen landwirtschaftlich- industriellen Produktionen von Zuckerrohr, Baumwolle, Spargel, Tomaten, Weintrauben, unter anderen. Hier finden wir auch eine Anzahl an verschiedenen Früchteplantagen wie Mango, Limetten, Erdbeeren, Avocados, Oliven, Orangen, Kartoffel, Bohnen, Kräuter usw.
Im andinen Hochland: die Anden verfügen über verschiedene Ökosysteme und klimatische Bedingungen mit Temperaturen von 20ºC bis 0ºC. Besonders günstig ist hier der Anbau für: Weizen, Kartoffel, Mais, Gerste, Kiwicha, Quinua, Mispel, Pfirsich, Passionsfrucht, unter anderen.
In der Urwaldregion: dieses Gebiet deckt 59% des Territoriums, ca. 76 Millionen Hektar, die grösstenteils von tropischen Wäldern bedeckt sind. Die Durchschnittstemperatur beträgt 25ºC in einer Höhenlage von 100m bis 500m. Anbauprodukte dieser Region sind unter anderen: Kaffee, Kakao, Reis, Mais, Yuca, Tee; Früchte wie Bananen, Mandarinen, Avocado, Ananas usw.
Zu den tropischen Hölzern zählen: Zedern, Mahagoni, Nogal, Bolaina, Cumala, Ishpingo, Capirona unter anderen.
BERGBAU
Eine der wichtigsten Sparten der peruanischen Wirtschaft ist der Bergbau, der mehr als 50% des Exports ausmacht. Die Wichtigkeit des Bergbaus nimmt ständig zu, so verdoppelte sich zum Beispiel seit 1993 der Abbau von Mineralien. Die Hauptmineralien, die Peru exportiert sind: Kupfer, Gold, Zink, Eisen, Silber, unter anderen.
Schon seit Kolonialzeit ist Peru ein traditionelles Bergbauland. Damals wurde vor allem Silber und Quecksilber abgebaut. Es heisst, dass die Mineralien dieser Minen zum Überleben und zur Entwicklung Europas der damaligen Zeit beigetragen hat.
Die Privatisierung des nationalen Bergbaus, welche die peruanische Regierung 1991 begann, zog mehr als hundert ausländische Firmen ins Land. 40% dieser Investoren kommen aus Kanada, der Rest aus Australien, USA, Mexico, Südafrika, China, Schweiz, England, Luxenburg und Italien.
TOURISMUS IN PERU
Der Sektor Tourismus hat in den letzten Jahren stark zugenommen und an Bedeutung gewonnen. Peru verfügt über verschiedene wichtige, touristische Attraktionen, die in drei Gruppen aufgeteilt werden können:
- archäologische, historische und kulturelle Stätten
- Natur und Biodiversität, sowie Abentuersport wie surfen, Rafting, Trekking, Andinismus, Mountainbiking, usw.
- lebende Kulturen: allein in der Urwaldregion gibt es 44 Ethnien, die 14 grosse linguistische Familien aufgeteilt werden wie Jíbaro, Cahuapano, Witoto, Arawak, und Pano, Tocano, Tupí, Zaparo, Peba-Yagua, Quechua, Uranina, Harakbert und Ticuna. In den Anden bei Puno gibt es das Volk der Uros, die auf ihren Schilfinseln am Ufer des Titicacasees leben.
Wenn auch der Tourismus in Peru eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle darstellt, so hat er dennoch sekundäre Auswirkungen auf die Erhaltung der Umwelt und die lokalen Dorfgemeinschaften.